Griffiges Marketing aus Kinderhand.

2 Kids schreiben mit handgemachten Stiften Marketinggeschichte.

Marketing ist doch kinderleicht behaupte ich – inspiriert durch meine Tochter – im letzten Blogartikel. Zwei Kids aus Irland beweisen das mit Holz, Handarbeit und Herzblut.

Die Brüder sind 12 und 15 Jahre alt, leben im idyllischen Norden Irlands und ihr Hobby dreht sich rund um ein Produkt. Sie drechseln hoch professionell edle Schreibwerkzeuge aus Holz. Die Einzelstücke können zwischenzeitlich Menschen auf der ganzen Welt im Internet bestellen.

In einem englischen TV-Beitrag (knapp 10 Minuten) von RTE Nationwide kann man sich von der irren Leidenschaft und dem hellen Köpfchen der beiden Jungs beeindrucken lassen.

So ein Marketing unterschreibe ich sofort.

Marketing ist doch kinderleicht.

Kleines Lehrstück für Erwachsene.

Neulich im Biergarten von Bamberg zeigte mir meine Tochter, wie es geht. Ohne Lehrbuch. Ohne Powerpoint. Mit neun Jahren und einem breiten Grinsen bis zu beiden Ohren.

Mein Kind liebt Kaugummis und steht wie hypnotisiert vor jedem Kaugummi-Automaten. Mamas pädagogisch fragwürdige Antwort ist stets: „Für sowas musst du dein Taschengeld nehmen!“

Der erwähnte Biergarten beherbergte einen solchen Kindermagneten. Problem: Die Taschen meiner Tochter waren leer. Und Mama repetierte das Befürchtete. Nach kurzem Augenrollen war das Kind verschwunden. Und die Eltern blinzelten zufrieden in die Sonne und nippten Bier.

Nach einer knappen Stunde stand sie wieder vor uns – mit dicken Backen, wohligem Schmatzen und zwei Händen voll bunter Kaugummi-Kugeln. Meine Pupillen formten sich zu ebensolchen Kugeln und auf meinen fragenden Blick bekam ich charmant durch die Kaugummiblase gesagt: „Tja, man braucht nur eine Idee und schon kann man Geld verdienen!“

Was hat sie nur getan?

Meine Tochter liebt es, Blumenketten zu knüpfen. Blumen waren keine da. Also wurde kurzerhand Klee zu ein- und zweigliedrigen Halsketten geflochten. „Die habe ich den Leuten gezeigt und wenn sie ihnen gefallen haben für 20 Cent angeboten.“ (Der Preis für einen Dreh am Automaten!)

Marketing ist also kinderleicht. Wenn man den Dreh raus hat.

Dazu braucht es nur:

  1. Ein persönliches Ziel, das hinreichend motiviert, Hirngespinste in Gang zu bringen und in die Tat umzusetzen. Kaugummis, die Erfüllung eines Traums (materiell oder immateriell), eine angestrebte Art zu arbeiten und zu leben … Geld ist dabei nur Mittel zum Zweck!
  2. Das Bewusstsein, was man gut kann.
  3. Die passende Idee. Zu den eigenen Stärken und Talenten. Und zu dem, was andere wünschen oder vermissen.
  4. Herzblut und Geschick zur Umsetzung der Idee und ihrem Verkauf.
  5. Dicke Backen, um den Erfolg zu genießen. 😉

Meine Tochter entwickelt, vom Erfolg angepeitscht, stetig neue Ideen. Denn sie wünscht sich sehnlichst ein Pferd … Vielleicht Marketingberatung für Existenzgründer?

Verbesserter Geschmack ist Käse!

So oft schon schüttelte ich den Kopf vorm Lebensmittelregal. Bevor nun dieser Käse aufgerissen wird, gestatte ich das auch meiner Bloggerschnute.

Was bitte will mir „Verbesserter Geschmack!“ sagen? Vielleicht:

„Unser Produkt hat unseren Käufern bisher nicht gemundet. Wir probieren es jetzt noch mal anders. Bitte probiert es auch noch einmal mit uns!“ Weiterlesen

Marke ist Mehrwert. Und deshalb mehr wert.

Mittelalterliche Argumente für die Marke.

(Bild: SWR)

Marken sind überteuert! Gestern im Markencheck bei der ARD traf das populäre Urteil dieses Mal die Marke adidas. Was führte zu dieser Einschätzung? Weiterlesen

Bescheuertmilch – Unilever kratzt am Markenimage von Viss.

Ladies and Gentlemen, liebe Kinder! Hier sehen Sie das neue Feen-Spektakel von Viss PowerPro Naturals:

Fraglos: Dieser Spot ist handwerklich gut und aufwändig gemacht. Mit viel Liebe zum Detail in der Umsetzung. Und wir reden hier ganz bestimmt von keinem putzigen Budget, das Unilever zum Einsatz bringen musste.  Und ja: Hier wurde schnödes Scheuermittel mit bunten Fantasiebildern emotional beladen, und damit wahrnehmbar von der Kommunikation anderen Putzmittel differenziert. Sauber!

Allerdings nicht ganz so schonend für den Markenkern. Weiterlesen

Hach und weh!

Wahrhaft schöne Worte. Bissige Botschaft.

Neulich wieder im Wartezimmer. Ich saß, sah und ah!

Beim Blättern fiel eine Anzeige auf. Weil sie mir im Wald der hölzernen Texte eine sonnige Lichtung bot.

Doch und noch während ich mich zwischen den Zeilen sonnte, zuckte ein Nerv – (über)empfindlich.

Möchte ich als Liebhaber hochwertiger Holzmöbel wirklich vors Auge gehalten bekommen, dass für mein ersehntes Stück Möbel ein Baum zu Fall gebracht wird? Jener, welcher beinahe ein Jahrhundert wachsen durfte? Nachhaltigkeit hin oder her (die hier aber nicht zu Wort kommt).

Und ja, wir reden hier natürlich von dieser falschen Moral des Fleischfressers, der den Schlachthof verdrängt. Und geschlachtet wird immer. Ob glückliches Rind oder nicht. Aber auch dem Grillfreund halte ich nicht unbedingt das glücklich hüpfende Weidekälbchen vor die Nase, um ihm zu zeigen, wie hochwertig die Scheibe Fleisch ist, die er sich davon abschneiden lässt.

In diesem – moralisch selbstverständlich zweifelhaften – Sinne fühlte sich die Anzeige ein wenig an wie der Biss ins süße Speiseeis.

Trotzdem: Hach!

Team 7 ist ein sympathisches Unternehmen mit einem rundum ansprechenden Auftritt, authentischer Philosophie, wunderschönen Möbeln – und Worten, die nach Himbeereis schmecken. Ohne Schmerzen. Lecker! Bitte, kosten Sie!

Mit sonnigen und hochachtungsvollen Grüßen an dendiedas mir unbekannten Texterkollegen.

Wenn Werbung entgegenkommend ist.

Konsequent eloquent: Outdoor für Outdoor.

Man sitzt im Skilift, die freien Gedanken kreisen, der Blick ist starr nach vorne geheftet. Man wartet. Man wartet auf die Ankunft am Berggipfel, auf das nächste Abfahrtsabenteuer. Man wartet alleine oder gemeinsam. So oder so ist die Zeit im Skilift tatenlos und langweilig.

Nach nun knapp 30 Jahren Skilifterfahrung hat sich das Warten für mich gelohnt. Ich wurde überrascht. Vom Outdoor-Ausstatter Schöffel. Und wie immer, sind gute Ideen oft ganz einfach. Wenn man sie mal gesehen hat…

Steigt ein!

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Sofa. Setzen. Sechs.

Möbel wackelig positioniert.

Vorhin im Wartezimmer beim Blättern einer (!) Wohnzeitschrift …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nein, nicht drei Anzeigen einer Kampagne. Drei Anzeigen dreier Wettbewerber. In einer Zeitschrift. Wobei letztes nur das Tüpfelchen auf dem i ist. Ins Auge gesprungen ist mir das insbesondere, weil ich vor rund sieben Jahren in die Entwicklung einer dieser Kampagnen involviert war. Welche spielt hier keine Rolle. Es war damals die erste in diesem Stil. Meine Marketingseele vergießt nun drei dicke Tränen:

Träne Nr. 1: Die Kampagne hat sich in den ganzen Jahren nicht weiterentwickelt.
Träne Nr. 2: Dem Wettbewerb fällt nichts als Imitation ein.
Träne Nr. 3: Keiner von allen hebt seinen Hintern vom bequemen Sofa und schafft einen eigenen Wahrnehmungsraum.

Orientierung am Wettbewerb ist anders gemeint, liebe Möbel- und Reklamemacher.
Das ist keine Differenzierung. Das ist Plüsch.

 

Mit Energie getextet.

Ein Rezept für Textatouille

Man nehme …

  • eine Portion Barack Obama (Yes we can.)
  • eine halbe Packung Ratiopharm (Gute Preise. Gute Besserung.);
    ersatzweise eine Philosophie von Saturn
  • einen Schuss Bob der Baumeister (Jo, wir schaffen das.)
  • eine Prise Namenswortergänzungsspiel (yESWE can)

Vorsichtig mit dem Schaumschläger aufmischen. Fertig zum Servieren.
Und jetzt: fressen!

So ein Eintopf entsteht, wenn alles gesagt und auf keinen Wortwitz verzichtet werden soll,
sehr wohl aber auf eine konkrete Aussage zu einem eigenen Markenkern.
Darauf können Sie sich verlassen. 

Bravo! Hier wurde Energie gespart. Beim Texten.
(Die Umwelt hat leider nichts davon.)