Jetzt gibt’s was auf die Ohren!

Halbherziges Gendermarketing für Wildentschlossene

Tee

So oder so. Egal!

Ob nun Ü-Eier für Mädchen, Kräutertee für Männer oder Chips für den Frauenabend – die hitzigen Diskussionen um geschlechterkonformen Konsum haben mich bisher wenig bewegt, weder in die eine noch in die andere Meinungsecke. Hier und da laufe ich mal schmunzelnd oder kopfschüttelnd am Regal vorbei, aber darüber aufregen? Nö.

Keiner ist gezwungen, das Gender-Zeug zu kaufen. Auf der anderen Seite gibt es scheinbar hinreichend Frauen und Männer, die sich gerne aus passenden Schubladen bedienen. Wieso auch nicht?

So sei es. Meinetwegen!

Und bevor jetzt das Thema Erziehung und Rollenprägung kommt… Als Mama einer Tochter kenne ich die nicht enden wollende Rosa-Phase und kaufte über Monate hinweg mit zusammengekniffenen Augen glitzernden Lillyfee-Kram. Meine Tochter hätte damals auch quietschvergnügt pinkfarbene Ü-Eier aufs Warenband kugeln dürfen. Das hat für mich nichts mit konservativer Erziehung nach alten Rollenbildern zu tun, sondern mit liebevoller Resignation in kindlichen Entwicklungsphasen. Auf gleiche Weise zog ich auch wochenlang Regenwürmer und Kieselsteine aus Hosentaschen. Es sind Phasen, nicht mehr. Und irgendwann reibt man sich entspannt die Augen, wenn die Tochter beim Anblick von Pink das Gesicht verzieht und Schwarz zum neuen Rosa erklärt.

Wenn Unternehmen so etwas also anbieten und Absatz finden, treffen sie irgendeinen rosaroten, himmelblauen oder kunterbunten Nerv. Wer verkauft, hat Recht! Oder halt Gewinn.

Aber so? Wieso?

Dann gibt es aber noch solche Unternehmen, die auf der Welle mitreiten möchten – ohne Surfbrett unter den Füßen. Und da regt sich mein Puls. Ein bisschen.

Nicht jedes Produkt gibt Raum zur Segmentierung nach Geschlechtern. Oder, um es artig aus Kundensicht zu denken: Nicht überall gibt es einen Bedarf nach typisch weiblichen oder männlichen Artikeln – weil schlicht und einfach kein kaufrelevanter Unterschied beim Geschmack, der Gefühlswelt oder der körperlichen Anatomie vorliegt – egal wie klischeeverklebt er auch sein sollte.

Gendermarketing

Und – verzeiht mir das unappetitliche Thema – männlicher und weiblicher Ohrenschmalz klebt auf gleiche Weise. Ohrmuscheln von Mädchen und Jungen haben die gleiche Form. Verdammt! „Wir wollten doch aber dieses Genderdingens machen!“ Unnu? Ganz einfach: „Teilen wir die Verpackung doch in Blau und Rosa – für Boys & Girls.“ Genial! Dann finden beide Geschlechter, was sie nicht suchten. Mit einem gemeinsamen Griff.

Gendermarketing? Wir waren dabei! Wenigstens ein bisschen.

Ps.: Der „Men’s Tea“ schmeckt mir übrigens besser als die Frauenversion. Gendermarketing ist, wenn man’s trotzdem kauft. 🙂

Belebenden Geschmack am Marketing gefunden

Studierende mischen den Markt für Trendgetränke auf

4 Jungs

Eines Tages stand sie in meiner Vorlesung vor mir – die weiße Dose mit dem grünen Papagei. Und dahinter: Das breite Grinsen einer meiner Studenten. Das Produkt, das aus einer Studentenlaune heraus entstanden ist, entwickelt sich inzwischen zum kleinen Überflieger. acáo hat mir nicht nur ausgesprochen gut geschmeckt (was bisher weder „Bullen“ noch „Monster“ schafften), es war allem voran ein Genuss, in meinen Vorlesungspausen den ebenso begeisterten wie klugen Gedanken und Ideen meiner Studierenden zu lauschen, die in ihrer Freizeit am Marketing des Drinks mitarbeiten. Sie organisierten mir schließlich auch das Interview mit den vier Erfindern aus Wiesbaden. Lasst euch die Kostprobe studentischer Marketingmotivation gut schmecken! Weiterlesen

Griffiges Marketing aus Kinderhand.

2 Kids schreiben mit handgemachten Stiften Marketinggeschichte.

Marketing ist doch kinderleicht behaupte ich – inspiriert durch meine Tochter – im letzten Blogartikel. Zwei Kids aus Irland beweisen das mit Holz, Handarbeit und Herzblut.

Die Brüder sind 12 und 15 Jahre alt, leben im idyllischen Norden Irlands und ihr Hobby dreht sich rund um ein Produkt. Sie drechseln hoch professionell edle Schreibwerkzeuge aus Holz. Die Einzelstücke können zwischenzeitlich Menschen auf der ganzen Welt im Internet bestellen.

In einem englischen TV-Beitrag (knapp 10 Minuten) von RTE Nationwide kann man sich von der irren Leidenschaft und dem hellen Köpfchen der beiden Jungs beeindrucken lassen.

So ein Marketing unterschreibe ich sofort.

Verbesserter Geschmack ist Käse!

So oft schon schüttelte ich den Kopf vorm Lebensmittelregal. Bevor nun dieser Käse aufgerissen wird, gestatte ich das auch meiner Bloggerschnute.

Was bitte will mir „Verbesserter Geschmack!“ sagen? Vielleicht:

„Unser Produkt hat unseren Käufern bisher nicht gemundet. Wir probieren es jetzt noch mal anders. Bitte probiert es auch noch einmal mit uns!“ Weiterlesen

Marke ist Mehrwert. Und deshalb mehr wert.

Mittelalterliche Argumente für die Marke.

(Bild: SWR)

Marken sind überteuert! Gestern im Markencheck bei der ARD traf das populäre Urteil dieses Mal die Marke adidas. Was führte zu dieser Einschätzung? Weiterlesen

Von Produktpräferenzen und Pausenclowns.

Wer erntet den größten Applaus in der Marken-Manege?

 
(Foto: dpa)


Letzte Woche hob sich wieder der Vorhang beim Internationalen Zirkusfestival Monte Carlo. Spitzentalente der Zirkuswelt zeigen dort einer Fachjury ihr Können und wetteifern um die höchsten Auszeichnungen – den „Goldenen“, „Silbernen“ und „Bronzenen Clown“. (Werbewirkende unter uns erkennen Parallelen zu den „Löwen“, um die ebenfalls viel Zirkus gemacht wird.) Weiterlesen

Die Marketing-Mitmach-Masche

Modernes und artiges Marketing richtet sich am Markt, also an den Bedürfnissen und Wünschen der Konsumenten aus. Demnach ist auch nachvollziehbar und clever, dass der Kunde zunehmend am Prozess von Produktneuentwicklungen beteiligt wird.

Diese „Beteiligung des Konsumenten“ artet in meiner Wahrnehmung allerdings immer mehr zu einer blinden Bastelwut aus, zu der Hersteller ihre Kunden euphorisch an den Entwicklungstisch bitten. Weiterlesen

Freie Sicht für Abonnenten. Freie Fahrt für Kundenbindung. Clevere Produktdifferenzierung von Playboy

Mit Produktdifferenzierung möchte man im Marketing gemeinhin unterschiedlichen Bedürfnissen von Teil-Zielgruppen gerecht werden – und auf diesem Weg mehr Kunden finden oder bestehende binden. So kann ich als Kunde der Lufthansa entweder pragmatisch in der Holzklasse reisen und Geld sparen, oder aber ich öffne die Brieftasche gerne und großzügig für einen breiteren Sitz und ein breiteres Lächeln der Flugbegleiterinnen. Die Basisleistung bleibt die gleiche: Ich werde von A nach B gehoben.

Nun fragt man (oder Frau) sich, ob bei einem Produkt wie Playboy die Bedürfnisse der Leser – über die nackten Tatsachen hinaus – Unterschiede aufweisen. Ich glaube nicht! Und genau das ist ein schöner Anlass, doch zu differenzieren.

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