Ermutigung zum Flop

Appell an die Bereitschaft zu neuen Lernkurven

Ein Sprung in meine Kindheit.

Wir befinden uns in den 80er Jahren des vorangegangenen Jahrhunderts. Leichtathletik bestimmt den Alltag meines jugendlichen Daseins – insbesondere der Hochsprung.

In dieser Disziplin wird man als Kind zunächst im sogenannten Scherensprung ausgebildet – um Sprungkraft und das richtige Abspringen zu trainieren. Irgendwann erfolgt der Umstieg auf den Fosbury Flop. In Wettkämpfen kann man als Kind frei wählen, welche Technik man anwendet. Es zählt einzig das Ergebnis – sprich die Höhe, die man überspringt, ohne die Latte zu werfen.

Da ich mit meinem Scherensprung auf Turnieren meist höher sprang als die anderen mit dem Flop, gab es für meinen Trotzkopf lange Zeit keinen Anlass, die Technik zu ändern – auch nicht auf die Predigten meines Trainers hin. Im Gegenteil, ich genoss geradezu die Bewunderung des Publikums, ob meiner Gabe, mit der „veralteten Technik“ auf Siegertreppchen zu gelangen. Weiterlesen

REWE-Markenstrategie stolpert über die eigenen Kartons.

Expedition Frust.

Fein gemacht.

Der Trend zur Eigenprofilierung bei Handelsunternehmen galoppiert schon einige Jahre erfolgreich durch die Branchen. Zu den ersten und konsequentesten Umsetzern im Lebensmitteleinzelhandel gehört REWE. 2006 verkündeten das Unternehmen, zum großen Schrecken der Herstellermarken, den Eigenmarkenanteil mittelfristig von 15% auf 40% zu erhöhen.

Unter dem Motto „Wo REWE drauf steht, ist künftig auch REWE drin.“ konnte man bei jedem Besuch des heimischen Marktes sehen, wie mittelmäßige B- und C-Marken, aber auch etablierte Konsumenten-Lieblinge, von Eigenmarken aus den Regalen verdrängt wurden. (Zwischenzeitlich liegt der Eigenmarkenanteil in zahlreichen Produktgruppen durchaus höher.)

Mein Konsumentenauge weinte zu Beginn dieses Trends eine Träne des Wehmuts, da auch Marken verschwanden, die ich sehr mochte. Mein Marketingauge dagegen beobachtete interessiert und zunehmend fasziniert, wie konsequent sich REWE in kurzer Zeit ein eigenständiges Profil zulegte und zur attraktiven Store-Brand formierte. Weiterlesen

Griffiges Marketing aus Kinderhand.

2 Kids schreiben mit handgemachten Stiften Marketinggeschichte.

Marketing ist doch kinderleicht behaupte ich – inspiriert durch meine Tochter – im letzten Blogartikel. Zwei Kids aus Irland beweisen das mit Holz, Handarbeit und Herzblut.

Die Brüder sind 12 und 15 Jahre alt, leben im idyllischen Norden Irlands und ihr Hobby dreht sich rund um ein Produkt. Sie drechseln hoch professionell edle Schreibwerkzeuge aus Holz. Die Einzelstücke können zwischenzeitlich Menschen auf der ganzen Welt im Internet bestellen.

In einem englischen TV-Beitrag (knapp 10 Minuten) von RTE Nationwide kann man sich von der irren Leidenschaft und dem hellen Köpfchen der beiden Jungs beeindrucken lassen.

So ein Marketing unterschreibe ich sofort.

Marketing ist doch kinderleicht.

Kleines Lehrstück für Erwachsene.

Neulich im Biergarten von Bamberg zeigte mir meine Tochter, wie es geht. Ohne Lehrbuch. Ohne Powerpoint. Mit neun Jahren und einem breiten Grinsen bis zu beiden Ohren.

Mein Kind liebt Kaugummis und steht wie hypnotisiert vor jedem Kaugummi-Automaten. Mamas pädagogisch fragwürdige Antwort ist stets: „Für sowas musst du dein Taschengeld nehmen!“

Der erwähnte Biergarten beherbergte einen solchen Kindermagneten. Problem: Die Taschen meiner Tochter waren leer. Und Mama repetierte das Befürchtete. Nach kurzem Augenrollen war das Kind verschwunden. Und die Eltern blinzelten zufrieden in die Sonne und nippten Bier.

Nach einer knappen Stunde stand sie wieder vor uns – mit dicken Backen, wohligem Schmatzen und zwei Händen voll bunter Kaugummi-Kugeln. Meine Pupillen formten sich zu ebensolchen Kugeln und auf meinen fragenden Blick bekam ich charmant durch die Kaugummiblase gesagt: „Tja, man braucht nur eine Idee und schon kann man Geld verdienen!“

Was hat sie nur getan?

Meine Tochter liebt es, Blumenketten zu knüpfen. Blumen waren keine da. Also wurde kurzerhand Klee zu ein- und zweigliedrigen Halsketten geflochten. „Die habe ich den Leuten gezeigt und wenn sie ihnen gefallen haben für 20 Cent angeboten.“ (Der Preis für einen Dreh am Automaten!)

Marketing ist also kinderleicht. Wenn man den Dreh raus hat.

Dazu braucht es nur:

  1. Ein persönliches Ziel, das hinreichend motiviert, Hirngespinste in Gang zu bringen und in die Tat umzusetzen. Kaugummis, die Erfüllung eines Traums (materiell oder immateriell), eine angestrebte Art zu arbeiten und zu leben … Geld ist dabei nur Mittel zum Zweck!
  2. Das Bewusstsein, was man gut kann.
  3. Die passende Idee. Zu den eigenen Stärken und Talenten. Und zu dem, was andere wünschen oder vermissen.
  4. Herzblut und Geschick zur Umsetzung der Idee und ihrem Verkauf.
  5. Dicke Backen, um den Erfolg zu genießen. 😉

Meine Tochter entwickelt, vom Erfolg angepeitscht, stetig neue Ideen. Denn sie wünscht sich sehnlichst ein Pferd … Vielleicht Marketingberatung für Existenzgründer?

Von Produktpräferenzen und Pausenclowns.

Wer erntet den größten Applaus in der Marken-Manege?

 
(Foto: dpa)


Letzte Woche hob sich wieder der Vorhang beim Internationalen Zirkusfestival Monte Carlo. Spitzentalente der Zirkuswelt zeigen dort einer Fachjury ihr Können und wetteifern um die höchsten Auszeichnungen – den „Goldenen“, „Silbernen“ und „Bronzenen Clown“. (Werbewirkende unter uns erkennen Parallelen zu den „Löwen“, um die ebenfalls viel Zirkus gemacht wird.) Weiterlesen

Professionalität – Eine Frage von Wollen, Können UND Dürfen.

Dienstleistung – Der Kunde frisiert das Ergebnis mit.

 

 

 

 

 

 

 

Der Hersteller eines Schokoriegels oder eines Staubsaugers entwickelt und produziert ein Produkt. Und dabei bestimmt alleine er dessen Qualität. Anders sieht es im Bereich von Dienstleistungen aus. Denn dort hat auch der Kunde – je nach Art der Leistung – mehr oder weniger Einfluss auf das Ergebnis. Weiterlesen

Göttliches Marketing.

Mein Wort zum Sonntag:

Gott sei Dank bin ich Atheist. Als Teil einer christlichen Gesellschaft kommt man trotzdem immer wieder auf die harte Bank der Kirche zurück. So auch kürzlich geschehen. Ich war nicht ganz bei der Sache, die da vorne gepredigt wurde. Die Gedanken geisterten durch das katholische Gotteshaus … und dann das: eine Erleuchtung!  Weiterlesen