Hach und weh!

Wahrhaft schöne Worte. Bissige Botschaft.

Neulich wieder im Wartezimmer. Ich saß, sah und ah!

Beim Blättern fiel eine Anzeige auf. Weil sie mir im Wald der hölzernen Texte eine sonnige Lichtung bot.

Doch und noch während ich mich zwischen den Zeilen sonnte, zuckte ein Nerv – (über)empfindlich.

Möchte ich als Liebhaber hochwertiger Holzmöbel wirklich vors Auge gehalten bekommen, dass für mein ersehntes Stück Möbel ein Baum zu Fall gebracht wird? Jener, welcher beinahe ein Jahrhundert wachsen durfte? Nachhaltigkeit hin oder her (die hier aber nicht zu Wort kommt).

Und ja, wir reden hier natürlich von dieser falschen Moral des Fleischfressers, der den Schlachthof verdrängt. Und geschlachtet wird immer. Ob glückliches Rind oder nicht. Aber auch dem Grillfreund halte ich nicht unbedingt das glücklich hüpfende Weidekälbchen vor die Nase, um ihm zu zeigen, wie hochwertig die Scheibe Fleisch ist, die er sich davon abschneiden lässt.

In diesem – moralisch selbstverständlich zweifelhaften – Sinne fühlte sich die Anzeige ein wenig an wie der Biss ins süße Speiseeis.

Trotzdem: Hach!

Team 7 ist ein sympathisches Unternehmen mit einem rundum ansprechenden Auftritt, authentischer Philosophie, wunderschönen Möbeln – und Worten, die nach Himbeereis schmecken. Ohne Schmerzen. Lecker! Bitte, kosten Sie!

Mit sonnigen und hochachtungsvollen Grüßen an dendiedas mir unbekannten Texterkollegen.

2 Gedanken zu „Hach und weh!

  1. Ich war letztens auf einem traumhaften Biohof und konnte den »glücklichen« Rindern beim Weiden zusehen. Mir als Teilzeitvegetarier hat mir das weit mehr Appetit auf totes Tier gemacht, als jede Metzgertheke.
    Daher finde ich die Anzeige recht gut, weil sie die Qualität der Rohware in den Mittelpunkt rückt. Und wer beste Zutaten einkauft wird sie später nicht verhunzen wollen, gell?

    • Ich mag die Anzeige auch. Sehr. Und ebenso glückliche Kälber auf Weiden. Da ist lediglich das fiese Ziehen am freiliegenden Zahnhals, wenn ich in der Werbung die „Tötung von Lebewesen“ serviert bekomme. Letztendlich haben mich gute Texte zur Unternehmenshomepage geführt und dort weiteres Wohlgefallen generiert. Was will Marke mehr?!

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