Politiker dürstet nach mehr. Leider verhungert.

Wenn Wahlkampfwerbung in der Sackgasse landet.
Und den Politiker auf einer Verkehrsinsel stehen lässt.

Die Vielzahl der Wahlkampfplakate, die man diese Wochen wieder passieren und verschmerzen muss, kitzeln ja schon vereinzelt zu einer marketingpolitischen Betrachtung. Aber dann ist der Stich auch schon wieder vorüber und der Gedanke eingeschlafen.

Der Schwabe in der Wahlkampfwüste

Heute begegne ich dann hier auf der Datenautobahn einer SPD-Spezies aus meiner Schwabenheimat. Franz Lemli, (mir unbekannter) Lokalpolitiker aus Baden-Württemberg – kann nicht alles, aber Hochdeutsch. Und damit hat er was zu sagen. Will was sagen. Will sich Zeit dafür nehmen – über zwei Minuten.

Verglichen mit den vielen anderen Kämpfer-Köpfen tut er damit eigentlich schon so viel mehr … Die Vielzahl der Wahlkämpfer lässt sich doch am liebsten routiniert portraitieren, retuschieren und plakatieren. Noch schnell eine mehr generische oder weniger verständliche Headline in den Mund oder über dem Kopf gelegt (manch einem stehen die Werbeworte auch bis zum Hals). Passendes Beliebiges Partei-Logo dazu. Fertig. Und dann: Hang him higher … je rechter, desto höher an den Laternenpfahl.

Nun zeigt ein Herr Lemi Zuckungen in Richtung Konzept und Kreativität. Die erste Frage stellt er nach moderner Marketing-Marnier an seine Zielwähler: „Was möchten die Menschen in Baden-Württemberg eigentlich?“. Das ist doch mal ein feiner Ansatz.

Die Orientierungslosigkeit im Schilderwald

Fleißig werden Bilder gesucht, Metaphern bemüht, rhetorische Fragen platziert, Kameras im Kreis geführt, mit Musik dramatisiert … im Schlepptau Wahlkampfbotschaften – die leider so kryptisch daher kommen, dass man vor lauter Schildern den Wald die Wahl nicht mehr sieht. Oder anders gesagt: Die Umsetzung der vielleicht überdenkenswürdigen Idee ist ausgesprochen hölzern geraten und verursacht (Mit)Leid und Schwindelgefühle.

Das scheint auch den Franz wenig glücklich zu machen, so wie er da regungslos auf einer Verkehrsinsel klemmt.

Menno! Der Wille war da.

In Anbetracht der staubigen Wahlkampf-Wüste die diese kleine Verkehrsoase umgibt, fällt es mir schwer, das Ding verbal zu verschrotten. Lassen wir uns also eine konstruktive Brücke bauen und werten den missglückten Umsetzungsversuch als erste Planierarbeit für einen anderen Weg, den man künftig vielleicht etwas weniger holprig gehen könnte.

Ah, jetzt, ja, eine Insel!

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