Freie Sicht für Abonnenten. Freie Fahrt für Kundenbindung. Clevere Produktdifferenzierung von Playboy

Mit Produktdifferenzierung möchte man im Marketing gemeinhin unterschiedlichen Bedürfnissen von Teil-Zielgruppen gerecht werden – und auf diesem Weg mehr Kunden finden oder bestehende binden. So kann ich als Kunde der Lufthansa entweder pragmatisch in der Holzklasse reisen und Geld sparen, oder aber ich öffne die Brieftasche gerne und großzügig für einen breiteren Sitz und ein breiteres Lächeln der Flugbegleiterinnen. Die Basisleistung bleibt die gleiche: Ich werde von A nach B gehoben.

Nun fragt man (oder Frau) sich, ob bei einem Produkt wie Playboy die Bedürfnisse der Leser – über die nackten Tatsachen hinaus – Unterschiede aufweisen. Ich glaube nicht! Und genau das ist ein schöner Anlass, doch zu differenzieren.

Und das genau tut der Burda-Verlag ab Februar mit seinem Magazin „Playboy“, indem er ihm zwei verschiedenen Titelbilder verpasst – eines für den Kiosk und eines für den Abonnenten. Das Cover der Abo-Ausgabe verzichtet fortan auf die Titelthemen und bietet so freie Sicht auf das Wesentliche. Das Abo bietet also (für weniger Geld!) mehr Wert!

„Mit dem exklusiven Star-Cover wollen wir unseren Abonnenten eine Freude machen und damit ihre Treue belohnen“, sagt Playboy Chefredakteur Florian Boitin, „dieses innovative und im deutschen Printmarkt einzigartige Angebot ist ein weiterer strategischer Schritt für eine erfolgreiche Leser-Blatt-Bindung.“

Das Bedürfnis der Kiosk-Kunden dürfte prinzipiell dasselbe sein. Nur die des Vertriebsweges nicht. Am Kiosk sind die Titelthemen eines Magazins nun mal verkaufsförderndes Element (der Abonnent dagegen hat schon gekauft).

Der Käufer am Kiosk muss künftig also damit leben, dass es eine Elite-Zielgruppe gibt, die mehr zu sehen bekommt. Oder: Er abonniert das puristische Glück. Das wiederum wird Burda beglücken, wenn der noch recht schlaffe Anteil der Abonnenten in die Höhe getrieben wird. Dieses Marketing macht Lust auf mehr. Good Boy!

Ps: Achtung, liebe Alice: Mit EMMA funktioniert das nicht!

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