Bescheuertmilch – Unilever kratzt am Markenimage von Viss.

Ladies and Gentlemen, liebe Kinder! Hier sehen Sie das neue Feen-Spektakel von Viss PowerPro Naturals:

Fraglos: Dieser Spot ist handwerklich gut und aufwändig gemacht. Mit viel Liebe zum Detail in der Umsetzung. Und wir reden hier ganz bestimmt von keinem putzigen Budget, das Unilever zum Einsatz bringen musste.  Und ja: Hier wurde schnödes Scheuermittel mit bunten Fantasiebildern emotional beladen, und damit wahrnehmbar von der Kommunikation anderen Putzmittel differenziert. Sauber!

Allerdings nicht ganz so schonend für den Markenkern.

Marke bekommt Kratzer und Zielgruppe fühlt sich bescheuert.

Was ist Viss? Das vermutlich wirkungsvollste und beste Scheuermittel im Regal des Lebensmitteleinzelhandels. Punkt.

Aber damit nicht genug. Da gibt es nämlich noch viel mehr zu sagen: Es hat natürliche Inhaltsstoffe, ist schonend für die Hände, weniger aggressiv zu Oberflächen als andere Mittel und überhaupt und natürlich wirkungsvoller als die Konkurrenzprodukte.

Ist das nicht märchenhaft? JA genau! Lass uns ein Märchen daraus machen! Ein Märchen für Frauen. Denn Frauen putzen am häufigsten. Ein Feen-Märchen. Dann fühlen sich die Mädels gleich noch viel besser dabei. Welche Frau will nicht Fee sein. Hach!

So sei es:
Das Double von Disneys Tinker Bell putzt eine Palastküche blank, begeistert damit einen dicken, debilen König, schlägt einen dummen Drachen aus dem Rennen und ist gefeierte Retterin eines schillernden Königreichs.

Zu allem Überfluss wandelt sich die fesche Fee am Ende in das strahlende Bild der Hausfrau aus den Fünfzigern.

Happiges End für sagenhaftes Budget.

Manche Stimmen sagen ja, dass ein Produkt, das überzeugend und herausragend ist, oftmals kein Marketingbrimborium drumherum benötigt. Ich gehe noch einen Wisch weiter und sage:

Noch nie konnte mich schlechte Werbung davon abhalten, ein Produkt zu kaufen, von dessen Nutzen ich überzeugt bin. Hier allerdings wird mein Wille wundgescheuert. Denn wenn ich schon den Putzlappen schwingen muss (was im Übrigen nicht zur Tätigkeit meiner Selbstverwirklichung zählt), dann möchte ich auf dieses Kopfkino liebend gerne verzichten!

Und wenn der Spot noch nicht gestorben ist, dann kratzt es noch heute am Markenimage von Viss.

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Hach und weh!

Wahrhaft schöne Worte. Bissige Botschaft.

Neulich wieder im Wartezimmer. Ich saß, sah und ah!

Beim Blättern fiel eine Anzeige auf. Weil sie mir im Wald der hölzernen Texte eine sonnige Lichtung bot.

Doch und noch während ich mich zwischen den Zeilen sonnte, zuckte ein Nerv – (über)empfindlich.

Möchte ich als Liebhaber hochwertiger Holzmöbel wirklich vors Auge gehalten bekommen, dass für mein ersehntes Stück Möbel ein Baum zu Fall gebracht wird? Jener, welcher beinahe ein Jahrhundert wachsen durfte? Nachhaltigkeit hin oder her (die hier aber nicht zu Wort kommt).

Und ja, wir reden hier natürlich von dieser falschen Moral des Fleischfressers, der den Schlachthof verdrängt. Und geschlachtet wird immer. Ob glückliches Rind oder nicht. Aber auch dem Grillfreund halte ich nicht unbedingt das glücklich hüpfende Weidekälbchen vor die Nase, um ihm zu zeigen, wie hochwertig die Scheibe Fleisch ist, die er sich davon abschneiden lässt.

In diesem – moralisch selbstverständlich zweifelhaften – Sinne fühlte sich die Anzeige ein wenig an wie der Biss ins süße Speiseeis.

Trotzdem: Hach!

Team 7 ist ein sympathisches Unternehmen mit einem rundum ansprechenden Auftritt, authentischer Philosophie, wunderschönen Möbeln – und Worten, die nach Himbeereis schmecken. Ohne Schmerzen. Lecker! Bitte, kosten Sie!

Mit sonnigen und hochachtungsvollen Grüßen an dendiedas mir unbekannten Texterkollegen.

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Wenn Werbung entgegenkommend ist.

Konsequent eloquent: Outdoor für Outdoor.

Man sitzt im Skilift, die freien Gedanken kreisen, der Blick ist starr nach vorne geheftet. Man wartet. Man wartet auf die Ankunft am Berggipfel, auf das nächste Abfahrtsabenteuer. Man wartet alleine oder gemeinsam. So oder so ist die Zeit im Skilift tatenlos und langweilig.

Nach nun knapp 30 Jahren Skilifterfahrung hat sich das Warten für mich gelohnt. Ich wurde überrascht. Vom Outdoor-Ausstatter Schöffel. Und wie immer, sind gute Ideen oft ganz einfach. Wenn man sie mal gesehen hat…

Steigt ein!

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Sofa. Setzen. Sechs.

Möbel wackelig positioniert.

Vorhin im Wartezimmer beim Blättern einer (!) Wohnzeitschrift …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nein, nicht drei Anzeigen einer Kampagne. Drei Anzeigen dreier Wettbewerber. In einer Zeitschrift. Wobei letztes nur das Tüpfelchen auf dem i ist. Ins Auge gesprungen ist mir das insbesondere, weil ich vor rund sieben Jahren in die Entwicklung einer dieser Kampagnen involviert war. Welche spielt hier keine Rolle. Es war damals die erste in diesem Stil. Meine Marketingseele vergießt nun drei dicke Tränen:

Träne Nr. 1: Die Kampagne hat sich in den ganzen Jahren nicht weiterentwickelt.
Träne Nr. 2: Dem Wettbewerb fällt nichts als Imitation ein.
Träne Nr. 3: Keiner von allen hebt seinen Hintern vom bequemen Sofa und schafft einen eigenen Wahrnehmungsraum.

Orientierung am Wettbewerb ist anders gemeint, liebe Möbel- und Reklamemacher.
Das ist keine Differenzierung. Das ist Plüsch.

 

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Mit Energie getextet.

Ein Rezept für Textatouille

Man nehme …

  • eine Portion Barack Obama (Yes we can.)
  • eine halbe Packung Ratiopharm (Gute Preise. Gute Besserung.);
    ersatzweise eine Philosophie von Saturn
  • einen Schuss Bob der Baumeister (Jo, wir schaffen das.)
  • eine Prise Namenswortergänzungsspiel (yESWE can)

Vorsichtig mit dem Schaumschläger aufmischen. Fertig zum Servieren.
Und jetzt: fressen!

So ein Eintopf entsteht, wenn alles gesagt und auf keinen Wortwitz verzichtet werden soll,
sehr wohl aber auf eine konkrete Aussage zu einem eigenen Markenkern.
Darauf können Sie sich verlassen. 

Bravo! Hier wurde Energie gespart. Beim Texten.
(Die Umwelt hat leider nichts davon.)

 

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Da ist Gedankengut & Herzblut geflossen.

Interview im Gefahrgut-Blog

Meine Ansichten und Ambitionen als Marketing-Dozenten.
Abgefragt von zwei wundervollen Bloggern, die ich nur allzu gerne
als Studierende in meinem Hörsaal gehabt hätte: Christian Faller & Falk Ebert.

 

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Von Produktpräferenzen und Pausenclowns.

Wer erntet den größten Applaus in der Marken-Manege?

 
(Foto: dpa)


Letzte Woche hob sich wieder der Vorhang beim Internationalen Zirkusfestival Monte Carlo. Spitzentalente der Zirkuswelt zeigen dort einer Fachjury ihr Können und wetteifern um die höchsten Auszeichnungen – den „Goldenen“, „Silbernen“ und „Bronzenen Clown“. (Werbewirkende unter uns erkennen Parallelen zu den „Löwen“, um die ebenfalls viel Zirkus gemacht wird.) Continue reading

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Mit Vollgas ins Herz. Ins richtige?

(M)ein Bauchgefühl zum Radiospot „Mama“

Bundesverkehrsminister Ramsauer (Pressekonferenz zur neuen Kampagne am 13.12.) Foto: dpa

Gehört. Geschimpft. Gewartet. Continue reading

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Mein allerallererstes Marketingprojekt.

Konzept, Text und Layout: Daniela (9 Jahre)

Am Wochenende habe ich im Rahmen einer Entrümpelungsaktion einen ungeahnten Dachbodenschatz gehoben. Mein allererstes Werbeplakat. Erstellt im Jahre 1982.

Schon damals galt meine Leidenschaft der markenstrategischen Namensfindung, und mein Augenmerk der Herausstellung eines glaubhaften Kundennutzens. ;)

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Professionalität – Eine Frage von Wollen, Können UND Dürfen.

Dienstleistung – Der Kunde frisiert das Ergebnis mit.

Der Hersteller eines Schokoriegels oder eines Staubsaugers entwickelt und produziert ein Produkt. Und dabei bestimmt alleine er dessen Qualität. Anders sieht es im Bereich von Dienstleistungen aus. Denn dort hat auch der Kunde – je nach Art der Leistung – mehr oder weniger Einfluss auf das Ergebnis. Continue reading

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